Die besten Rezepte von zuhause
 

© Anna Nehl 2010

Sigrid

Süßes &Gebäck
Süßes &Gebäck


Wenn ihr meine dicken Pfannkuchen mögt, dann seit ihr hier richtig. Denn dies ist eine Sammlung und Abwandlung derjenigen Gerichte, die mir in den letzten 30 Jahren liebgeworden sind, sowie neuer Rezepte, die mir noch liebwerden.

Als ich als frischgebackene Ehefrau 1980 von Bielefeld nach New York zog, war das für mich wie ein Sprung ins kalte Wasser. Zwar konnte ich dank Dr. Oetker (na klar, als Bielefelderin!) sämtliche leckere Kuchen in den Ofen schieben, doch wie einen Braten zubereiten? Täglich zu kochen und Gäste zu bewirten, das wurde noch nie von mir verlangt. Deshalb hieß es: ran an die Kochbücher und Neues ausprobieren! Allmählich entstanden meine eigenen Gerichte wie z.B. mein erstes offizielles Abendessen: „Roastbeef Geschnetzeltes”-ein voller Erfolg! Seither war ich immer auf der Suche nach dem besten Rezept. Die perfekten Bratkartoffeln beispielsweise entdeckte ich nicht etwa bei der „Omma” im Westfalenland, sondern in einem französischen Kochbuch.

Inspiriert haben mich u.a. Wolfram Siebeck („Gutes Essen kann gesundheitsschädlich sein, schlechtes ist es immer.”), Julia Child („If you can read, you can cook.”), Elfie Casti („geliebte Küche”).

Mein Vagabundenleben erlaubte mir, die unterschiedlichsten Geschmäcker kennenzulernen. Natürlich habe ich auch hin und wieder Freunden und Verwandten in den Kochtopf geguckt. So weiß ich von Jean-Marie in Algier, dass eine Lammkeule auch ohne Fleischthermometer wunderbar
gelingen kann. Stanleys Turkey-Stuffing! Tante Elfriede lieferte das Rezept für die sauren Gurken, Tante Bime und die Derdzinskis haben auch ihren Platz in meiner Rezeptesammlung, genauso wie Gene, die Köchin unserer Nachbarn in Manila, die mir zeigte, wie ein Auslegeteig immer gelingt.

Kochen bedeutet für mich übrigens nicht, ein perfektes Dinner zu servieren. Vielmehr freue ich mich auf die gemeinsame Mahlzeit mit der Familie oder Freunden - und wenn das Essen dann auch noch schmeckt, um so besser!

Es ist schön, wenn ich eure Kochlust geweckt habe und ich freue mich über eure Anregungen (sigrid.nehl@me.com)!


Sigrid


P.S. An dieser Stelle möchte ich Anna-Marie herzlich für ihre Unterstützung dieses Projekts danken. Sie machte das Layout und die Bilder und hat mich beim Kochen mit viel Geduld begleitet!

Anna


Wenn ich Mamas Pfannkuchen esse, dann geht es mir gut.

Dieser besondere Geschmack ist weit mehr als eine Sinneswahrnehmung - er weckt Erinnerungen an meine Kindheit:

Die Pfannkuchen, die es (in meinem Fall) mit einer dicken Nutellaschicht nach der Schule gab, die Tom-Kha-Kai Suppe, die wir immer dann löffelten, als wir erkältet waren, den Geburtstagskuchen, den Mama jährlich für mich buk oder die Blätterteigtaschen, die sie so liebevoll mit Ausstechförmchen verzierte - all diese Geschmäcker sind Erinnerungen an etwas Gutes, etwas Vertrautes, an meine Heimat.

Doch natürlich gab es auch die weniger guten Erinnerungen: Unter den Crabcakes versteckte ich gerne die verschmähten Essensreste, der Rosenkohl blieb auf meinem Teller meist unberührt und vor dem, was in der Linsensuppe schwamm, hatte ich mich lange geekelt (bis ich herausfand, dass es sich um stinknormale Kartoffeln handelte).

Aber trotz allem fand ich Mäkeltante auch Gerichte, die ich liebte (wie etwa das Rindergulasch mit den Knödeln oder den süßen Salat). Es wäre zu schade, wenn diese Rezepte eines Tages verloren gingen, dachte ich mir.

So nutzte ich das Jahr zwischen Abitur und Studium, um meiner Mutter (in Litauen) über die Schulter zu schauen. Gerade mal Nudeln konnte ich ins Wasser schmeißen, als wir mit dem Kochbuch begannen. Umso mehr durchbohrte ich sie mit meinen Fragen, fotografierte jeden ihrer Schritte und schrieb die Rezepte so auf, dass der Inhalt selbst für absolute Kochamateure, wie mich oder meinen Bruder, zugänglich wurden. So entstand das Kochbuch „Sigrids Beste”, das für mich noch einen glücklichen Nebeneffekt bot: Ich lernte zu kochen und konnte mich seit meinem Auszug von zuhause im selben Jahr bestens selber versorgen.
Doch damit ist die Geschichte nicht beendet. „Das Projekt muss weiterleben!!“, äußerte mein Vater wenig später. Und so entstand diese Internetseite, die meine Mutter auf ihrer kulinarischen Weltreise begleiten wird. Ich freue mich also auf ihre neuen Gerichte (besonders die vegetarischen!), denn ihre Rezepte wecken nämlich nicht bloß Erinnerungen, sie schmecken auch verdammt gut.


Anna

Lieblingsgericht: 
Hühnerbrust in Majoransauce mit MaisplätzchenUber_uns_files/Hu%CC%88hnerbrust%20in%20Majoransauce.pdf
Lieblingsgericht:
Chili con Carnefile://localhost/Chili%20con%20Carne-12.pdf